Google Analytics endlich anonym
Nach den vielen Datenschutz-Diskussionen in den letzten Wochen stellt Google nun Lösungen bereit, um den Anforderungen nachzukommen.
Vor allem eine neue Funktion des Trackingcodes wir uns ruhiger schlafen lassen: _anonymizeIP() wird Analytics mitgeteilt, dass es die letzten 8 Bit der IP-Adresse nicht speichern soll – ein zentrale Forderung des Düsseldorfer Kreises.
Weiterhin stellt Google ein Analytics Opt-Out Browser-Plugin zur Verfügung, mit dem User das Tracken ihrer Zugriffe mit Analytics generell unterbinden können.
Auf iitr.de werden die neuen Maßnahmen rechtlich eingeordnet. Mit den beiden Maßnahmen kommt Google zentralen Forderungen nach. Einzig die abschließende Bewertung der Browser-Plugin Lösung als Widerspruchsmöglichkeit steht noch aus. Es gibt aber schon seit längerm individuelle JavaScript Lösungen, um die Erfassung zu unterbinden. Auf jeden Fall sollte man die Datenschutzerklärung seiner Website um einen Hinweis auf das Plugin erweitern. Fazit von iitr
Es ist zu begrüßen, dass Google reagiert hat und Google Analytics in dem zentralen Punkt der IP-Adressen-Verarbeitung angepasst hat. Unter Beachtung unseres “3-Punkte-Katalogs” können Webseiten-Anbieter Google Analytics nun wieder einsetzen. (Quelle: iitr.de)
Der 3-Punkte-Katalog sieht vor:
- Erweitern Sie den Tracking-Code von Google-Analytics in Ihrer Webseite um den Zusatz „_anonymizeIp()“
- Passen Sie die Datenschutzerklärung auf Ihrer Webseite an
- Verfolgen Sie die Diskussion der Aufsichtsbehörden um die Umsetzung der Widerspruchsmöglichkeit
(Quelle: iitr.de)
Damit sollte das Thema erstmal an Brisanz zu verlieren. Allerdings erfordert dieses vorgehen eine aktive Erweiterung der Trackingcodes. Und für Websites, die immer noch das alte urchin.js einsetzen, dürfte die neue Funktion nicht zur Verfügung stehen.

1. Juni 2010 08:41
Grundsätzlich bin auch ich ein Gegner dieser “Hexenjagd”, wie sie hier von vermeintlichen Datenschützern betrieben wird. Allerdings ist auch das Tool, welches von Google bereitgestellt wird, definitiv nicht die Lösung des Problems.
1. Der Nutzer muss zunächst einmal ein Add-On für seinen Browser herunterladen und installieren. Wenn ein Nutzer das “kann”, ist er normalerweise auch in der Lage, seinen Browser zu konfigurieren und so das Tracking aktiv zu verhindern
2. Wie sieht es also dann mit Nutzern aus, denen die administrativen Rechte zur Installation fehlen?
3. Diverse Browser funktionieren mit dem Tool (noch) nicht.
Aus diesem Grund haben wir bereits VOR dem Release von Google eine Opt-Out-Lösung kostenfrei veröffentlicht, die jedem Nutzer – ohne Installation von Add-Ons das Abschalten des Trackings ermöglicht. Mehr dazu finden Sie unter http://www.opt-me-out.de (deutsch) oder http://www.opt-me-out.eu (englisch).
1. Juni 2010 09:48
Individuelle Lösungen gibt es schon einige, das ist richtig. Diese sind aber meistens aus Website-Sicht, also “wie-kann-ich-Analytics-auf-meiner-Seite-deaktivieren”. Die Plugin-Lösung ist aus User-Sicht – deaktiviert generell und übergreifend.
Soweit ich weiß diskutieren die Datenschützer noch, ob so eine Pluginlösung am Ende ausreichend ist. Aber selbst wenn nicht, kann Google das leicht ändern. Bisher hatten sie das Thema ja eher komplett ignoriert.
Die Opt-me-Out Lösung ist eine nette Idee, aber der 21.5. war ja jetzt nicht soooooo viel VOR dem offiziellen Release, oder?
17. Juni 2010 10:11
Soweit ich weiß, steht die Funktion „_anonymizeIp()“ für das asynchrone Tracking (”_gaq” …) nicht zur Verfügung. Der von google empfohlene Standardcode verwendet jedoch diese asynchrone Variante. Wenn ich richtig liege, heißt das, dass die meisten Analytics-Anwender die Anonymisierungsfunktion gar nicht nutzen können.
17. Juni 2010 10:19
Wie man das mit asynchronem Tracking umsetzt, hat namics beschrieben http://blog.namics.com/2010/05/ip-tracking-analytics.html
Die *meisten* Analytics-Anwender dürften doch mit dem Standard-Tag unterwegs sein – reicht ja in den meisten Fällen auch. Wahrscheinlich gibt es noch mehr Seiten mit urchin-Tag als mit asynchronem.