Google Analytics für Unternehmen?
Laut Google ist Analytics geeignet für alles und jeden. Und es ist kostenlos. Eigentlich sollte sich also jedes Unternehmen auf den Dienst stürzen, tun sie aber nicht. Es gibt nämlich auch einige Punkte, die mit GA nicht gehen oder zumindestens etwas komplizierter sind, als im ersten Moment klar wird.
Justin Cutroni hat die 5 häufigsten Themen bei der Implementierung von GA für Unternehmen beschrieben:
1. Tracking von mehreren Websites
Große Unternehmen haben meistens nicht nur eine einzelne Site sondern ein ganzes Netz von Auftritten. Da muss der Implementierung von GA mehr Planung vorausgehen, ein einfaches “Tag-rein-fertig” greift zu kurz. Welches Sites/Inhalte gehören zusammen, wie sieht eine logische Struktur aus?
Selbst wenn alle Inhalte auf einer einzigen Domain zusammengeführt sind, kann man klare Inhaltsbereiche unterscheiden, die einzeln ausgewertet werden sollen. Unterschiedliche technische Systeme machen die Vertaggung an mehreren Stellen nötig.
2. Eindeutige Besucher
Das Verfolgen von Besuchern über mehrere Domains ist mit GA ziemlich aufwändig (wenn auch nicht unmöglich). Der Besucher bekommt einen First-Party-Cookie für die jeweilige Domain, so dass man ihn auf einer anderen Domain nicht wiedererkennen kann.
3. Vertaggen der Seiten
Nicht zu unterschätzen: damit alle Seiten gezählt werden, müssen die Zähltags auch überall eingebaut sein. Bei großen Sites/Netzen (s.1.) sind gerne mal mehrere (technische) Systeme am Start (CMS, Blog, Forum, Suche, usw.). Fehlt der Tag, ist man raus. Noch problematischer sind Downloads/PDFs, da man hier immer nur eine Annährung schaffen kann: man kann den Link zum PDF vertaggen, das PDF selber aber nicht. Besucher, die direkt über Google auf das Dokument springen, bleiben unsichtbar.
4. URL-Aufbau
Große Sites bedeutet meistens auch viele Inhalte. Und viele URLs. Dank diverser IDs, Parameter, etc. kann man schonmal bei mehreren (zehn)tausend URLs landen. Justin spricht hier von der 50k Obergrenze für unique URLs, aber selbst wenn man die nicht erreicht, kann es ganz schön anstrengend sein, sich da durchzuwühlen.
5. Kampagnentracking
Leider häufig ein Kramp, da man die entsprechenden Link-Parameter mit allen beteiligten Agenturen abstimmen muss. Je nach Kunde/Agentur sind die Ansprechpartner nicht unbedingt mit dem Thema vertraut, dafür gibts schließlich Ad-Server. Außerdem wird für eine neue Kampagne gerne mal die Agentur gewechselt, deutlich schneller und häufiger als z.B. für die Website selbst.
Das sind natürlich nicht ausgewiesene Google Probleme, andere Tools/Systeme müssen sich mit ähnlichem herumschlagen. Zwei Argumente gegen GA werden noch erne vorgebracht: Transparenz und Datenschutz. Im ersten Fall möchte der Kunde Google so wenig Einblick wie möglich in seine Website und sein Tun geben. Im zweiten Fall gibt es Websites, bei denen sich der Einsatz von GA schlicht verbietet (Daten werden nach USA übertragen, usw.). Die beiden Argumente kann ich mit einer hauseigenen Urchin Installation lösen, allerdings ist die wieder nicht kostenlos.
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